Einschulung

Toffel: „Irgendwas stimmt hier nicht. Ich bin mir noch nicht sicher, aber die anderen Schweinchen hier scheinen alle ne Gehirnwäsche bekommen zu haben. Ständig werd ich von der suspekten Zweibeinerin geschnappt und ganz unschweinemäßig durchgeknuffelt. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie krass anstrengend das ist. Ich muss mich da nämlich immer ganz arg zurückhalten keine Leckerli zu futtern, damit ich der Futtergeberin zeige, dass mir das überhaupt net gefällt.

Und Norbi der Verräter kommt immer angerannt und springt freiwillig zu mir hoch auf den Schoß, weil es da Leckerli for free gibt. Dem müssen sie hier was ins Futter getan haben! Der springt dann auch immer wieder runter, wenn er will. Nur ich muss immer kurz auf dem Präsentierteller still sitzen bleiben und darf mich nicht wieder gleich in die dunkelsten Ecken verkrümeln. Das ist so GEMEIN!

Norbi riecht den Päppelbrei

Und Lizzy macht es genauso. Die haben hier echt gar keinen Lebenswillen mehr! Wer bleibt schon freiwillig bei nem Fleischfresser auf den Beinen sitzen?“

Lizzy: „Na ich! Da gibt´s Leckerli einfach so! Das ist cool!“

Flocke: „Ich bin da auch eher skeptisch, aber bislang wurde noch keiner von uns aufgefuttert. Also ans Bein anlehnen halte ich daher für ungefährlich! Außerdem isst die Doro kein Fleisch, nur Gemüse (Anm. der Redaktion: Und Süßkram und Pizza und anderen ungesunden Kram, aber das dürfen die Schweine nicht wissen, sonst wollen sie auch was davon ab).“

Belagerung durch die Schweine

Toffel: „Trotzdem! Wie könnt ihr nur freiwillig zu nem Zweibeiner laufen nur für Leckerli??!!! Habt ihr gar keine Selbstachtung!“ *schmoll* Und wieso bin ich die Einzige, die immer gefangen wird?“ *doppelschmoll*

Werd ich jetzt gefressen?

Hallo ihr Lieben! Die (Flausch)Toffel hat sich mittlerweile auch gut bei uns eingelebt. Allerdings hat sie panische Angst vor mir. Das geht so weit, dass sie nicht mal Leckerli aus der Hand annimmt. Sie hat immer mindestens eine Armlänge Abstand. Leider traut sie den anderen Schweinchen nicht wirklich zu, die Lage richtig einzuschätzen, da diese alle freundlich und neugierig um mich rumwuseln. Sie hält es bislang für reinen Zufall, dass sie noch nicht von mir gefressen wurde.

Normalerweise werden die Schweine ja nur einmal in der Woche zum Gesundheits-Check Up raus gefangen. Aber da Toffel wirklich panische Angst vor mir hat wird sie aktuell viel häufiger kurz aus dem Gehege entwendet, um ihr beizubringen, dass ich ihr nix tue. Das ist sowas wie die Schweineschule. Nicht lustig, aber schwein lernt was fürs Leben. Soweit die Theorie.

Wichtig für mich ist vorher zu checken wo sie sitzt und sie dann aus dem Hinterhalt in ein Häuschen in die Enge zu treiben. Kurz und schmerzlos. Nicht lange durch die Gegend hetzten. Das würde sie nur noch mehr traumatisieren.

Nach dem Fangen schmollt sie beleidigt sie auf einer Etage.

Außerdem darf während der Zeit des Fangens nix Schlimmes passieren. Kein Krallenschneiden, kein fieses Streicheln. Einfach nur kurz auf dem Schoß sitzen und das für 1- 2 Minuten aushalten. Ich muss sie also vorsichtig und behutsam aus dem Stall klauben, während sie sich mit aller Schweinekraft versucht zappelnd aus meinen Fängen zu befreien. Gar nicht so einfach. Zudem lässt sie sich nicht mit Leckerli belohnen, da sie in meiner Nähe gar nichts frisst. Zu viel Schiss. Auch ein gelangweiltes und verfressenes Zweitschwein (Norbi oder Smilla bieten sich dafür an) neben ihr bringt kaum was.

Die anderen Fellkartoffeln kommen seit Neustem immer freiwillig auf den Schoß, wenn sie merken, dass es Leckerli gibt. Und Toffel kann dann noch weniger fassen wo sie da eigentlich reingeraten ist.

Mal sehn ob sie in der Schweineschule doch noch lernt, dass ich gar nicht so schlimm bin. Kleine Schritte zur Besserung sind schon in Sicht. Zum Glück, denn sobald sie anfängt Leckerli aus der Hand zu nehmen muss ich sie nicht mehr raus fangen. Dann ist die Gehirnwäsche abgeschlossen.

Grüßle eure Doro

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Hallo Doro,
    ich habe auch solch ein Angstschwein. Witzigerweise stammt die junge Dame aus einer liebevollen Hobbyzucht, bei der sich die Halter gut um die Schweine gekümmert haben.
    Meine beiden traumatisierten Second-Hand-Schweine hingegen waren wohl erst auch ängstlich, haben aber schnell geschnallt, dass ich nicht so böse sein kann, wenn es immer Leckerlis gibt.

    Viel Glück und Erfolg beim Gewöhnungsritual, auf dass die niedliche Toffel bald nicht mehr so panisch ist.

    LG
    Katrin

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